QuoteA man is never lost at sea.

- Ernest Hemingway

 

Auf dieser Webseite finden Sie Informationen zum Freiwasser- und Langstreckenschwimmer Benjamin Konschak. Hier können Sie sich über die Karriere, Ziele und Erfolge informieren, sowie neueste Meldungen und Bilder zu Wettkämpfen abrufen.

Auf der Suche nach dem blauen Osterei

CIMG5556"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, durch des Frühlings holden, belebenden Blick."

Ich zittere am ganzen Körper. Ein Thermometer zeigt zarte 12° Celsius an. Vom Frühling keine Spur. Hätte ich das gewusst, hätte ich nicht nur eine viel zu knappe Hose und mein T-Shirt angezogen. Meine Uhr zeigt 6:00 Uhr an, doch mein Körper fühlt sich an als wäre es kurz nach Mitternacht. Nach ungefähr 30 Minuten erreicht die Schnellfähre endlich die Insel im Südchinesischen Meer, von der auch die 10. Auflage des Kapas Marang gestartet werden sollte. Als wir endlich ankamen wärmte die Morgensonne mich und meine 560 Mitschwimmer, von denen ich, nach den Teilnahmen 2012 und 2013, mindestens die Hälfte per Handschlag begrüßte. 

Nach dem Start schaffte ich es, mich schnell an die Spitze zu setzen. Wie immer machte mir das 31°C warme Wasser sehr zu schaffen, jedoch gewöhnte ich mich diesmal relativ schnell an die Bedingungen. Der Kurs war dieses Jahr sehr gut mit leuchtend roten Bojen markiert - zumindest dachte ich das. Denn ungefähr nach der Hälfte der Strecke war keine Boje mehr zu sehen. Völlig orientierungslos versuchte ich brustschwimmend den nächsten Zielpunkt zu finden. Diese Versuche schwanden mit ständig steigender Wellenhöhe. Nach einer scheinbar endlosen Odyssee erkannte ich endlich eine Boje- in blau. Dazu sollte man wissen, dass "blau" die so unglücklichste Farbe für eine Orientierungsboje beim Freiwasserschwimmen ist. Besonders in Südostasien, wo der Himmel blau ist, das Meer blau schimmert und das Ufer zumeist im Morgendunst verschwindet. Dadurch wird es fast unmöglich eine blaue Boje zu sehen.

Der Rest des Rennens verlief dann wieder sehr erfreulich. Am Ende gewann ich in neuer Streckenrekordzeit von 1h 19 min und 58 Sekunden. Alles in allem ein erfolgreicher Wochenendausflug in eine der schönsten Regionen Asiens.

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Wettkampf
13
Die Startnummer 13 ist wohl eine der unbeliebtesten im Sport; sie gilt als Unglückszahl. Bei einem Wettkampf in Kanada habe ich einen Südamerikaner gesehen, der solange lautstark und tränenreich protestierte, sogar mit einem Startverzicht drohte, bis man ihm seine Startnummer in die 31 umwandelte. Zugegeben, ich hielt bisher nicht allzu viel von diesem Blödsinn, aber vermutlich muss ich nach diesem Wochenende in Mexiko meine Einstellung noch mal überdenken, denn diesmal traf es mich: die Startnummer 13.
Von den Unwägbarkeiten im Vorfeld (Rennverlegung und Pilotenstreik) habe ich ja schon berichtet aber es sollte noch viel unangenehmer werden.
Schon bei der Fahrt nach Frankfurt begann mein Unglück. Circa 30 Kilometer vor dem Flughafen stand ich plötzlich im Stau. Ein Unfall und eine Vollsperrung sorgten dafür, dass ich 90 Minuten lang weder vor noch zurück kam. Zugegebenermaßen wurde ich immer panischer. Nur mit Mühe und Not schaffte ich es auf den letzten Drücker einzuchecken. Rückblickend gab es für die Eile wenig Grund, da der Flieger aufgrund eines fehlenden Passagiers knapp 60 Minuten zu spät startete. Ich frage mich immer, wie man es schafft, einzuchecken und dann nicht am Flugzeug zu erscheinen. Diese Verspätung führte dazu, dass ich in Toronto, trotz eines Sprints, der Usain Bolt blass aussehen lassen würde, es nicht schaffte, meinen Anschlussflug zu bekommen. Nach einer relativ nervigen Umbuchung schaffte ich es mit einem deutlich späteren Flug nach Houston und ebenfalls deutlich später als geplant nach Guadalajara in Mexiko zu fliegen.
Da ich ja schon im Vorfeld meiner Reise wusste, dass ich erst am nächsten Morgen weiter nach Cancun fliegen würde, habe ich in weiser Voraussicht ein Hotel mit Swimmingpool gebucht.
Nach einer Taxifahrt, auf der ich auf der Rückbank fast schon eingeschlafen wäre, erreichte ich mein „Hotel“. Mein Zimmer- ein Traum. Der süß-säuerliche Geruch von Erbrochenem harmonierte ideal mit den großen dunkelbraunen Flecken auf dem Laken. Aus der Dusche kam nur eiskaltes rostbraunes Wasser und unter dem Waschbecken tanzten fünf Kakalaken zu „la Cucaracha“.
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Wettkampf
Der lange Weg nach Mexiko

Irgendwie stehen meine Wettkampfreisen nach Mexiko unter keinem guten Stern. Da entpuppte sich die 2007 in Acapulco gebuchte Übernachtungslocation schon mal als Rattenloch ohne Dusche und WC oder es ging 2010 einfach mal das gesammte Gepäck verloren und zu allem Überfluss brach auf dem Rückweg ein Vulkan auf Island aus, der es mir für 8 Tage unmöglich machte nach Huase zu fliegen. Trotzdem entschloss ich mich auch dieses Jahr wieder in Mexiko einen Wettkampf (den 10 km FINA Worldcup) zu schwimmen. Und es fing auch alles ganz vielversprechend an. So gelang es mir einen günstigen Flug nach Guadalajara (ca. 150 km entfernt vom Austragungsort Manzanillo) zu buchen, einen Bustransfer zu organisieren und das ganze noch in einem von der Reisezeit gesehen erträglichen Rahmen zu halten.

Zwei Wochen vor dem Wettkampf kommunizierte der Mexikanische Schwimmverband völlig unerwartet eine Verlegung des Austragungsorts nach Cancun. Für die die nicht so sehr in mexikanischer Geographie bewandert sind, den sei gesagt, dass dieser Ort 1720 km von meinem Zielflughafen in Gaudalajara entfernt ist. Da mein so günstiger Flug sich weder als umbuchbar, noch als stornierbar herausstellte, war ich gezwungen die Flüge GDL- Cancun und Cancun- GDL und zwei Hotelübernachtungen dazuzubuchen. 

Kaum war diese Krise gebannt, kündigten die Lufthansapiloten ihren Streik an. Dank einer Umbuchung führte mein Weg nun über Toronto (Kanada) nach Houston (USA) nach Guadalajara (MEX) und schließlich nach Cancun. Das hört sich nicht nur lang an, das war es auch. 

Und die kleinen Probleme sollten mit meiner Ankunft am Wettkampfort nicht aufhören. Von nackten Männern in meinem Zimmer, nicht funktionierenden Schlüsselkarten und dem eigentlichen Wettkampf werde ich morgen ausführlich berichten.

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Wettkampf | Organisation
Wer hat Angst vorm großen Hai?

Perth 1Der Strand von Cottesloe ist berühmt. Er ist der Strand, an dem in den letzten 10 Jahren weltweit die meisten Menschen bei Haiangriffen verletzt wurden. Allerdings ist er auch einmal im Jahr der Startpunkt für das größte Freiwasserschwimmen der Welt. Superlative wohin man blickt. 20 km Renndistanz, 2300 Teilnehmer (davon 300 die die Strecke alleine- also nicht als Staffel- in Angriff nehmen), über 900 Begleitboote, fast genau soviele Paddler und schätzungsweise 250 kg Sonnencreme- und ich mittendrin.

Der Tag beginnt früh in Australien. 3:15 Uhr wird gefrühstückt. Die Müdigkeit steckt in jedem Winkel des Körpers und ein Hungergefühl will sich ob der bevorstehenden Aufgabe auch nicht einstellen. Nachdem die Startnummer und das Stärkste was die Sonnenschutzindustrie aufzubieten hat auf den Körper geschmiert wurde, gehts um 4:30 Uhr zum Start. Geschäftiges Treiben herrscht an dem nur spärlich beleuchteten Strand. Tausende Menschen wuseln umher wie Ameisen. Die größte Herrausforderung in dieser Mischung von Schwimmern, Schaulustigen, Paddlern und ihren Booten ist es, den eigenen Paddler zu finden. Den Hinweis meines Paddlers Taylor, er hätte ein gelbes Kajak, hätte er sich auch sparen können, da über den ganzen Strand verteilt mindestens 30 gelbe lagen. An dieser Stelle bin ich froh, dass es Handys gibt. Nachdem wir uns gefunden hatten, besprachen wir unsere Taktik. Das Wichtigste beim Rottnest Island Swim ist es, nach dem Start in dem Gewusel von Booten, Armen und Paddeln seinen Paddler zu finden. Es existiert eine Regel, nachdem kein Schwimmer die 2 km Marke passieren darf, der ohne seinen Paddler ist. Aus diesem Grund färbten wir meinen linken Arm rot. Taylor verabschiedete sich von mir vor dem Start mit den Worten: "Denk dran, die Distanz ist hier das kleinste Problem." Und er sollte Recht behalten.  

Das Rennen hier ist in jeder Hinsicht anders als die Rennen, die ich sonst so schwimme. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl ist der Start so breit, dass man zu keinem Zeitpunkt im Rennen weiß, wo man wirklich liegt. Man schwimmt auch nicht zusammen, sondern jeder für sich. Mein Team (bestehend aus dem Skipper Graham, der das Hauptboot- eine 42 Fuß lange Jacht steuert; Matt- Fahrer des motorisierten Schlauchbootes, welches mich mit Renninformationen versorgt; Gaby- die meine Verpflegung zusammenmixt und natürlich Taylor- der mich als Paddler immer nahe begleitet) und ich hatten uns schon am Donnerstag beim Teammeeting dazu entschlossen, die Südroute zum Ziel zu wählen. Sie verspricht ein hohes Anfangstempo, braucht in der Mitte etwas Druck um gegen einige kleinere Strömungen anzuarbeiten und am Ende etwas Glück, dass sich der Wind richtig dreht um denn mit den Wellen ins Ziel zu schwimmen.

Nach dem Start setzte ich mich auch sehr schnell an die Spitze der Südroutenschwimmer und fand ohne Probleme meinen Paddler. Ebenso problemlos passierten wir den Kontrollpunkt bei km 2 und setzten unseren Weg nach Rottnest fort. Plötzlich, aus heiterem Himmel trifft es mich wie ein schwerer elektischer Schlag an Schulter und Nacken. Ein brennender Schmerz zieht sich durch meinen ganzen Körper Mit einem Mal wird mir klar: Quallen. Die Nächste trifft mich am Oberarm; eine weitere im Gesicht. Ich schreie vor Schmerzen ins Wasser und bete, dass dieses Martyrium schnell endet. Dann Ruhe, keine Quallen mehr nur ein wenig Seegras. Die getroffenen Stellen brennen noch immer wie Feuer. In diese Erleichterung hinein, trifft mich aus heiterem Himmel die nächste am Fuß. Dann im Minutentakt- überall. Ich will nur noch aus diesem Wasser raus. Ich will nach Hause. Nie mehr Australien. Nur noch weg.

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Wettkampf
Fische füttern

hongkongHong Kong. Tiefhängende graue Wolken schieben sich langsam über das vom Wind aufgeraute Meer. Die Füße im kalten Sand. Nach der langen Winterpause soll es in wenigen Sekunden nun wieder so weit sein- ein besonderer Augenblick- der erste Wettkampf der neuen Saison. Entfernt nehme ich den Startpfiff wahr und laufe los. Die eisigen Fänge des Wassers umschließen meine Knöchel, die Waden und reißen den Rest meines Körpers an sich. Es tut so gut endlich wieder zu schwimmen. Die Bedingungen sind perfekt für mich. Das Wasser ist mit 16 Grad wohl temperiert und die Wellen werfen meine Gegener von rechts nach links. Es dauert gar nicht lange, da habe ich die Führung übernommen und schwimme mit langen Zügen davon. Zu meiner Rechten mein Begleitboot. Der, in einem futuristisch anmutendem Kajak sitzende, sympathische junge Mann, heißt genau wie ich und kommt auch aus Deutschland. Er kümmert sich auch um meine Verpflegung. Wie bei solchen Bedingungen üblich, nehme ich alle 15 min ein Mischung aus Elektrolytgetränk und Energiegel zu mir; nichts für Leute die abnehmen wollen, denn jede Verpflegung bringt 350 kcal, wovon man rund 2/3 allein dazu braucht um die Körpertemperatur zu regulieren. Rechts von mir türmt sich eine beeindruckende Felsenformation auf. Oben drauf stehen Satellitenschüsseln, die jeden Spionageroman bereichern könnten. Das Rennen verläuft optimal. bei der dritten Verpflegung wird es auf einmal seltsam. Statt dem vertrauten Geschmack von Himbeeren und Orange schmecke ich... nichts. Gewöhnliches Wasser. Völlig verwirrt setze ich mein Rennen fort. Tausend Gedanken schiessen durch meinen Kopf. Was war passiert? Nachdem ich 15 min später wieder nur Wasser bekam, hielt ich an und fragte meinen Begleiter was los sei. Er erklärte mir, sichtlich berührt, dass er nach der zweiten Verpflegung versehentlich den Rucksack nicht richtig geschlossen hatte und dass dann wohl in Folge des Wellenganges meine komplette Verpflegung über Bord gegangen und sofort in den Tiefen des Meeres versunken sei. Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt. Es würde kälter und kälter und kälter. Nach 9 Kilometern schaffte ich es kaum mehr einen Arm vor den anderen zu bringen und so blieb mir, trotz 15 min Vorsprung auf Platz 2,  nichts anderes übrig, als zum ersten Mal in meinem Leben der Kälte Tribut zu zollen. Es dauerte nach dem Rennen über eine Stunde mich wieder warm zu bekommen, so dass ich aufhörte zu zittern.

Ich mache meinem Paddler hier aber keinen Vorwurf. Dinge wie diese passieren in diesem Sport und man kann sie nicht ändern. Meine nächste Chance ist nächste Woche in Rottnest und ich hoffe, dass ich von dort positiveres zu vermelden haben werde. 

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Wettkampf
Termine
Endlich stehen sie fest; die ersten Termine der Saison 2014. Nach einem nervenden Hin und Her des DSV bezüglich seiner Qualifikationskriterien für die EM wird es nun nicht wie zuerst befürchtet nach Argentinien gehen, sondern ich werde meine Saison am 15.02. in Hongkong eröffnen, bevor ich dann eine Woche später versuchen werde das legendäre Rottenest Channel Swim in Perth (Australien) zu gewinnen. Außerdem wird es 2014 wieder eine Winterschwimm WM geben, bei der natürlich die Verteidigung meines WM-Titels mein Ziel ist. Höhepunkt wird aber hoffentlich die EM in Berlin im August 2014.
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2014.
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Organisation
Alles neu- für Berlin 2014
Waiblingen_BlockNach der nicht ganz so erfolgreichen Saison 2012/ 2013 mit der verpatzten WM-Qualifikation, war es an der Zeit neue Wege zu gehen um 2014 bei der EM in Berlin wieder richtig anzugreifen. Die Zeichen dafür stehen gut. Nach erfolgreichem zweiten Staatsexamen ist der Weg frei mich dieses Jahr komplett aufs Schwimmen zu fokussieren. So heißt es für mich seit 4 Wochen: mit dem VFL Waiblingen ein neuer Verein und mit Olaf Schulze ein neuer Trainer; dazu eine neue Wohnung, ein neuer Job und eine ganz und gar neue Trainingsphilosophie. Die ersten Trainings- und Wettkampfergebnisse wirken vielversprechend. Einer der größten Unterschiede zu den Vorjahren wird definitiv sein, dass ich wieder häufiger und ernsthafter an Wettkämpfen im Becken teilnehmen werde um meine Grundgeschwindigkeit zu steigern. Von daher ist die Erstellung des Wettkampfplans für die Saison ein wenig umfangreicher als in den vergangenen Jahren und wird wohl noch ein paar Wochen in Anspruch nehmen.
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Training | Organisation | Nachrichten
Seekrank im Slalom durch die Ostsee

Wenn man erfolgreich lange Strecken schwimmen will, dann ist es äußerst wichtig während des Wettkampfes emotional entspannt zu bleiben, um nicht noch zusätzliche Kraft durch inneren Ärger zu verpulvern. Normalerweise habe ich mich bei großen Wettkämpfen gut im Griff, aber gestern bei meinem 20 km Rennen in Polen lief so ziemlich alles schief, was schief laufen konnte. Zunächst Ärger und schließlich Frustration waren die entscheidenden Faktoren für meinen Wettkampf. Doch um zu erklären, was dazu führte, muss ich ein wenig weiter ausholen.

Ich werde oft gefragt, wie man sich bei Wettkämpfen, bei denen man von Punkt A zu einem weit entfernten Punkt B schwimmt orientiert.  Jeder Schwimmer hat bei diesen Wettkämpfen ein Begleitboot, auf dem mindestens sein Betreuer und ein Bootsfürer sitzt. Hier in Polen gab es auf jedem Boot noch einen Rettungsschwimmer und einen Kampfrichter. Dieses Boot fährt permanent auf der vom Schwimmer gewünschten Seite neben einem her. Kurz nach dem Start des Rennens ist Orientierung noch kein großes Problem, da man einfach mit der großen Schwimmergruppe mitschwimmt. Leider war mir das gestern nicht allzulange vergönnt. Bei relativ schwerem Seegang wurde mir beim Schwimmen sehr schlecht. Ich übergab mich mehrmals und verlor schon bei Kilomter 5 den Anschluss ans Hauptfeld. Doch dann begann der richtige Ärger. Anstatt den anderen Booten des Hauptfeldes zu folgen, entschloss mein Bootsführer unter Protesten meines Betreuers eine aus seiner Sicht direktere Linie zu wählen. Ein fataler Fehler, wie sich rausstellen sollte. Zunächst verschwand das Hauptfeld immer weiter links am Horizont und dann herrschte plötzlich extreme Uneinigkeit an Bord. Es gibt nichts frustrierenderes für einen Schwimmer als vier Menschen an Bord seines Begleitbootes, die in vier verschiedene Richtungen zeigen und über den Kurs diskutieren. Also nahmen wir eine Kurskorrektur richtung St. Petersburg vor und schwammen (kein Witz) parallel zur Küste. Bei dieser Schleife überholten mich viele der bereits abgehängten Gegner in mehreren 100m Entfernung. Folglich korrigierten wir wieder und wieder den Kurs bis wir endlich im Ziel waren. Schlussendlich bin ich deutlich mehr als 21 km geschwommen, habe mehrmals recht unfletig den Fahrer meines Begleitbootes angebrüllt und bin unsagbar frustriert als Letzter aus dem Wasser gestiegen.

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Wettkampf
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